Geoinformationen für Humanitäre Hilfe

Was wir machen

Nutzergenerierte Geodaten, beispielsweise von OpenStreetMap oder dem Social Web, sind neben amtlichen Geodaten und Fernerkundungsdaten von wachsender Bedeutung im Katastrophenmanagement. Das Zusammenführen verschiedener Datensätze ermöglicht es humanitären Hilfsorganisationen und Ersthelfern bereits kurz nach dem Eintreten eines Katastrophenereignisses ein Bewusstsein für die Situation vor Ort zu erlangen.
Diese Informationen haben darüber hinaus einen großen Wert in der Vorsorge zur Einschätzung von Risiken und Eindämmung von potentiellen Auswirkungen. Um dieses Potential unterschiedlicher Datenquellen besser nutzen zu können, bedarf es neuer Analysemethoden. Wir entwickeln in Zusammenarbeit mit Nutzern und Hilfskräften hierfür innovative Verfahren und Dienste.

MapSwipe Analytics

Eine extrem relevante Information für humanitäre Hilfe ist die Verteilung der betroffenen Bevölkerung im Raum. Die Verteilung von Gebäuden kann dafür als Proxy dienen. Mit der Smartphone-App MapSwipe können auch Nutzer ohne Vorkenntnisse bewohnte Gebiete auf einem Satellitenbild identifizieren. MapSwipe wurde im Rahmen des MissingMaps-Projektes von MSF (Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen e.V.) entwickelt und leistet große Unterstützung für die spätere Geodatenerfassung in diesen Gebieten. Für die Analyse und Visualisierung der nutzergenerierten Daten stellen wir die Webanwendung MapSwipe Analytics bereit.

Live dabei sein

Unsere Anwendung MapSwipe Live zeigt die allerneuesten Beiträge von Nutzern der MapSwipe-App. So können Projektmanager schnell auf Probleme bei der Datenerhebung reagieren. Für Nutzer der App stellen wir den eigenen Beitrag auf einen Blick dar.

Wie mache ich es richtig?

Häuser und andere Infrastrukturen auf einem Satellitenbild zu erkennen, klingt nach einer einfachen Aufgabe – ist es aber nicht immer. Mit dem MapSwipe Tutorial haben wir einen Service entwickelt, der für die schwierigen Entscheidungen eine Hilfestellung bietet.

MapSwipe Daten selbst nutzen

Der MapSwipe-Datensatz umfasst mehrere Millionen Klassifikationen für verschiedene geographische Regionen. Wir stellen Services bereit, damit die Daten von Hilfsorganisationen und anderen Interessierten genutzt werden können: MapSwipe Processing bietet Download-Funktionen an. Alternativ lassen sich die Daten über unseren Geoserver direkt in Ihre Anwendung einbinden.

openrouteservice for Disaster Management

Der Routen-Service ermöglicht auf Grundlage hochaktueller OpenStreetMap-Daten Routen zu planen und berücksichtigt dabei katastrophenbedingte Straßenverhältnisse. So stehen den Einsatzteams vor Ort ständig aktualisierte Informationen zur Erreichbarkeit und Befahrbarkeit der Straßen zur Verfügung.

Gesperrte Straßen vermeiden

Bis zu 800 Straßenkilometer pro Stunde wurden nach den Erdbeben in Nepal 2015 von der weltweiten OpenStreetMap-Community erhoben! Unter anderem auch Informationen zu gesperrten und nicht befahrbaren Straßen. Wir machen diese Daten für Evakuierungen und Einsatzplanungen nutzbar.

Stündliche Updates

Wir stellen derzeit stündliche Aktualisierungsintervalle der Geodaten für den gesamten afrikanischen Kontinent, Südamerika und Südasien zur Verfügung. Bei größeren Katastrophen, die Regionen betreffen, die noch nicht von dem Dienst abgedeckt werden, können auf Anfrage neue Gebiete hinzugefügt werden.

ohsome Nepal Dashboard

Das Nepal Dashboard stellt eine speziell zugeschnittene Auswertungsplattform auf Basis der ohsome Plattform dar. In Absprache mit einer unserer Partnerinstitutionen, Kathmandu Living Labs, steht die Analyse der Mapping-Aktivitäten in Nepal im Fokus. Das Dashboard soll zudem zukünftig Informationen zu nutzerspezifischen Aktivitäten visualisieren. Damit möchten wir potentielle Probleme beim Kartieren frühzeitig erkennen, eine Vernetzung der einzelnen Mapper ermöglichen und den Erfolg von Schulungsmaßnahmen überprüfen. Hintergrund sind unter anderem die Erfahrungen mit dem Einsatz von tausenden Freiwilligen, die nach den Erdbeben im April / Mai 2015 betroffene Gebiete kartiert haben.

OpenStreetMap unterstützt im Katastrophenfall

Das ohsome Dashboard ermöglicht es, die Entwicklung der OpenStreetMap-Daten zu analysieren. So kann zum Beispiel das gemeinsame Kartieren von Katastrophengebieten besser koordiniert und unterstützt werden.

Datenqualität im Fokus

Um Datenqualität verständlich zu machen, entwickeln wir spezielle Indikatoren. Diese helfen einzuschätzen an welchen Orten den OpenStreetMap-Daten vertraut werden kann und wo weitere Validierungen notwendig sind.

Feedback für die Community

Mithilfe des Dashboards ermöglichen wir die Datenerhebung zu optimieren. Direktes Feedback kann dazu beitragen die Qualität der OpenStreetMap-Daten zu verbessern und Regionen zu priorisieren.

Weitere Services

Kooperationspartner

Das Team

Julian Bruns

PostDoc Wissenschaftler

Melanie Eckle

Wissenschaftliche Angestellte

Benjamin Herfort

Wissenschaftlicher Angestellter

Sven Lautenbach

PostDoc Wissenschaftler

Sabrina Marx

Wissenschaftliche Angestellte