HGG Vortrag: Die Rückkehr der Kanonenbootdiplomatie? Die neoimperiale Agenda der Trump-Regierung in Venezuela

Mural showing a man in a blue suit with a red tie and a mask, a person in a green hazmat suit, a dog, and a police officer holding a baton against a fiery background
Standort

Kleiner Hörsaal (HS 2) des Kirchhoff-Instituts für Physik (KIP), Im Neuenheimer Feld 227, gegenüber der Mensa

Datum und Uhrzeit

Juni 16, 2026 7:15 p.m.

Referent: Dr. Hamid Alberto Abud Russell (Universität Heidelberg)

Präsident Donald Trump hat keinen Hehl aus seinem Wunsch gemacht, die Kontrolle über das venezolanische Erdöl zu erlangen. Während dies zunächst mit einer Rhetorik begründet wurde, die Operationen in der Karibik als notwendige Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Drogenhandels darstellte, hat Trump inzwischen jede Zurückhaltung aufgegeben und äußert nun offen seinen Wunsch, dass Ölkonzerne in den südamerikanischen Staat investieren. Die Militäroperation, die Präsident Nicolás Maduro aus dem Amt entfernte, machte Pläne deutlich, Venezuela für ausländische Investitionen zu öffnen. Dabei wurde behauptet, die Ausbeutung der umfangreichen Rohstoffreserven des Landes werde die lokale Infrastruktur verbessern, „Geld für das Land erwirtschaften“ und die Energiepreise in den Vereinigten Staaten senken. Ob bewusst oder unbewusst: Präsident Trumps Bestreben, neue Räume für die Reinvestition von Kapital zu erschließen, stellt eine imperiale Praxis dar, die dem Expansionismus des frühen 20. Jahrhunderts ähnelt. Dieser Vortrag untersucht die Beziehung zwischen Raum und Kapitalzirkulation, um die politischen Hintergründe der Maßnahmen der Trump-Regierung in Venezuela und der Karibik zu analysieren.